Mobile Fragmentierung

Der mobile Markt war vor einiger Zeit recht übersichtlich und als Programmierer war klar welche Plattform mit welcher Sprache unterstützt werden musste, um eine breite Masse zu erreichen. J2ME als Technologie reichte aus um plattformübergreifend - manchmal mit devicespezifischen Anpassungen - die Anwendung zu erstellen. Seit einiger Zeit hat sich der Markt allerdings gewandelt und es ist davon auszugehen das sich das zukünftige Bild noch viel stärker verändern wird. Aus Hersteller-/ oder Entwicklersicht sind die aufkommenden Neuerungen nur bedingt positiv. So bleiben nur die Fragen: wie erreiche ich die meisten Anwender, was ist die beste Sprache/Technologie und welches ist der beste Weg dem Benutzer eine positive "user experience" zukommen zu lassen. Eine kurze - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - Übersicht.

Apple/iPhone
Im Bereich der "user experience" derzeitig eine der besten Möglichkeiten. Auch der Vertriebskanal ist denkbar einfach (sofern man keine Anwendung hat die Apple nicht passt und von daher nicht im Appstore landet). Wer allerdings noch keine Erfahrungen in Objective-C hat und keinen Apple mit OS X 10.5.2 sein eigen nennt wird nicht weit kommen, es sei denn, man entwickelt eine Web App - hier kann man mit HTML, CSS und JavaScript punkten, hat aber natürlich nicht den vollen Zugriff (na gut, den hat man beim iPhone ohnehin nicht :).

Google/Android
Das entwicklungsfreundliche Google lockt mit einer breiten Palette. Das SDK läuft in einer sehr bekannten Entwicklungsumgebung auf Windows, Mac OS X (x86, ab10.4.8) und auf Linux. Anwendungen werden in Java entwickelt (und später speziell für die verwendete Dalvik VM noch einmal "kompiliert). Interessant ist, das es einen "Emulator" für "echte" J2ME MIDlets gibt. Wie sich eine "alte" Anwendung auf dem Android Handy anfühlt kann ich leider nicht sagen. Bleibt zu erwähnen das per Gears Web Apps entwicklet werden können, die per JavaScript Zugriff auf Funktionen haben die sonst in Web Apps nicht erreicht werden können.


Blackberry/Storm
Ein Sturm kündigt sich im Hause Blackberry an. Wie sollte es anders zu erwarten sein, hat RIM angekündigt das ein Blackberry App Center verfügbar sein wird, in dem Anwendungen vertrieben werden können. RIM hat ein recht rundes Entwicklungsprogramm und wieder einmal finden wir Java als eine der Sprachen an in denen Anwendungen geschrieben werden können. Allerdings ist auch hier die Frage nach der "user experience" zu stellen, denn per Touch bedient es sich anders und es muss eigentlich auch anders entwickelt werden.


Windows Mobile
Was man halt so von Windows gewohnt ist kann man eigentlich auch für das mobile Umfeld verwenden. C++, VB, .NET. Aber um das ganze abzurunden: Von Google gibt es Gears for Windows Mobile und es soll auch Java JREs geben welche ein HelloWorld überstehen ohne eine Reihe von unerwarteten Ausnahmen zu werden ...


Nokia/S60

Diese Platform hat derzeitig keinen Market/App/Software/Store, aber es gibt die Möglichkeit per Python Anwendungen zu schreiben und das sehr schnell (gut für Prototypen). Ansonsten ist C++ die Sprache der Wahl oder aber wieder Java. Wobei die Bedienung und damit die "user experience" optimierungswürdig ist. Aber Nokia hat ja das 5800 in der Tube - ich meine natürlich in der Pipe.


Flash
Je nachdem was für eine Anwendung in Frage kommt kann man sich noch überlegen das ganze per Flash/Flash Lite zu entwickeln.


Marktsicht


Abschließend lässt sich sagen das es noch nie komplizierter war, möglichst viele Devices mit einer Technologie abzudecken. Sofern die Anwendung nicht auf gerätespezifische Funktionen/Daten zugreifen muss, bietet sich eine webbasierte Anwendung an, die u.U. für einige Geräte (wie das iPhone) speziell optimiert ist. Der Vorteil einer solche Anwendung ist zudem das sie auch auf anderen (mobilen) Geräten funktioniert. Außerdem kann man gar nicht oft genug erwähnen, das Cloud Anwendungen im Trend liegen.
Mit Java scheint man immer noch eine ganze Reihe von Plattformen abzudecken, allerdings bleibt abzuwarten ob der Anwender Anwendungen akzeptiert, die sich nicht nativ anfühlen - vor allem wenn man den Trend "Generation-Touch" mit einbezieht. Es bleibt zu hoffen das dieses Thema sehr kurzfristig aufgenommen wird und existierende Technologien, Frameworks oder Spezifikationen erweitert oder neu erstellt werden .

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