Browser

Ubiquität

Ein Wort welches mir in letzter Zeit immer häufiger begegnet ist Ubiquität. Und das obwohl das Wort und der Zusammenhang mit der Informationstechnologie schon einige Jahre alt ist. Ein tolles Wort welches meint, das etwas allgegenwärtig ist. Also immer und jederzeit verfügbar. Mozilla hat kürzlich ein interessantes Projekt veröffentlicht welches den englischen Namen trägt.

Cloud computing und SaaS sind eindeutig Treiber von ubiquitären Systemen. Mail trifft das Wort ubiquitär heute den Nagel fast schon auf den Kopf. Per Webmail, über das Handy, auf dem PC per Fat-Client. Zugriff immer und überall - allerdings müsste man noch an den Daten-Roaming-Gebühren arbeiten, denn die sind eindeutig zu hoch und die Tarfife zu verworren.

Ein weiterer wichtiger Schritt, in eine Zukunft in der uns die Technik ubiquitär unterstützt, ist das Semantische Web. Es gibt eine riesige Menge an Informationen, aber wir sind heute gar nicht in der Lage diese Informationen zu filter und zu nutzen. Auf jeden Fall nicht im Sinne der Ubiquität. Aber ich bin mir sicher, das wir in einigen Jahren einige sehr interessante Anwendungen nutzen werden - die alle in der Cloud als Service angeboten werden bzw. auf Informationen zugreifen - und welche die Nutzer als ubiquitär bezeichnen werden. Nun gut, es kann durchaus sein das wir alle aus Marketing Gründen ein anderes Wort gefunden haben, welches dem dann anstehenden Trend besser entsprechen wird.

Silberstreifen

Der neue Browser von Google lässt sich seit heute herunterladen und ausprobieren. Schlicht, schnell und benutzerfreundlich ist er. Ganz so wie man das von Google gewohnt ist. Und natürlich kostenlos. Die Intension von Google ist in einem Comic ersichtlicht. Aber natürlich nur der Teil der für Entwickler und Endanwender interessant ist. Den anderen Teil muss man sich denken.

Der Browser ist für Google die Eintrittskarte in Bereiche, die heute noch von anderen Firmen dominiert werden. Microsoft Office zum Beispiel. Während die einen noch viele Programme auf dem Computer installieren und bedienen, starten andere die Programme "in der Cloud". Webmail zum Beispiel, oder Textverarbeitung, oder Instant Messaging, oder oder oder.

Der aktuelle Trend "Cloud Computing" und der Trend, Software als Service anzubieten ist der ideale Nährboden für Google. Denn nur wenn der Benutzer im Internet ist, kann Google das Verhalten und die Interessen der Benutzer herausfinden und gezielte Werbung anbieten. Das ist ja das Kerngeschäft von Google.

Google steht mit beiden Beinen in der "Cloud" und hat einen direkten Draht zum Endanwender. Das heißt, Google ist eines der wenigen Unternehmen welches den "Stack" komplett "beherrscht". Das kann gut sein und faszinierende Anwendungen hervorbringen, aber auf der anderen Seite birgt dieses Konstrukt auch Raum für Skepsis - das jede Chrome Installation eine eindeutige ID hat und alle Eingaben im Adressfeld an Google gesendet werden spricht Bände.

Standard

Warum gibt es eigentlich einen Standard, aber die wenigsten halten sich daran. Ein J2ME Programm, welches auf meinem Nokia perfekt läuft, startet nicht korrekt auf einem Blackberry 8800. Oder denken wir nur an alle die Winkelzüge, die ein Ajax Programmierer machen muss um IE6, IE7, Firefox, Safari und Opera zu unterstützen. Ich möchte nicht wissen wie viel Zeit - und damit Geld - verloren geht, um Programme und Anwendungen auf allen Plattformen, Devices, in allen Sprachen und Cross-Browser lauffähig zu bekommen.

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen wie viel Arbeit es macht, Device spezifische Probleme in J2ME Anwendungen zu lösen. Der Spruch "Write once - debug everywhere" beschreibt das ganze recht passend. Dabei hätten alle etwas davon, wenn existierende Standards eingehalten würden. Es gibt etliche Konsortien die sich um die Standardisierungen von Daten kümmern. Oder um die Einhaltung von Prozessen. Mein Wunsch ist ganz einfach: Browser verarbeiten HTML, CSS und JavaScript identisch, J2ME fähige Devices werden einmal geschrieben und laufen dann einfach überall gleich gut. Der Entwickler könnte sich dann auf seine Kernkompetenz konzentrieren und seinen Fokus auf die Entwicklung der Anwendung legen. Wie viel Innovationen wohl verloren gehen, weil die Zeit in unnötige und langwierige "Workarounds" gesteckt wird.

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